Wohin treibt die Risikogesellschaft? 


von Markus Holzinger
 
Die Frage, die der Titel des Aufsatzes stellt, weckt Zweifel an der Möglichkeit ihrer Beantwortung. Und dies sicherlich zu Recht. Wir wissen heute, daß Fragen an die Zukunft, deren Beantwortung eine fundierte Prognose enthält oder gar den Status eines Gesetzes für sich in Anspruch nehmen will, unmöglich sind. Dies ist K. R. Poppers Fazit bei seiner Analyse des Induktionsproblems. Wir können aus singulären Sätzen (über unsere gegenwärtige Epoche) keine allgemeine Theorie im Sinne eines Gesetzes formulieren, die auch in Zukunft gelten soll. Denn "'Wirklichkeit' im Sinne von 'wirklichen Sachverhalten' gibt es in der Gegenwart und in der Vergangenheit, jedoch nicht in der Zukunft"1. Uns fehlen bei zukünftigen Aussagen empirische Sachverhalte. Deswegen sind "exakte und detaillierte wissenschaftliche Sozialprognosen unmöglich"2. Wer also künftige Sachverhalte wie reale Sachverhalte behandelt, weiß nicht, daß er sich auf den Pfad der Fiktion und vagen Vermutung begeben hat. Er weiß nicht, daß er nicht weiß, sondern nur rät 3. Auch Hegel verweigert den antizipierenden Blick in die Zukunft. Er geht davon aus, daß die Philosophie oder jede Reflexion über eine historische Epoche immer zu spät komme. Der Gedanke befindet sich der Wirklichkeit gegenüber in einer Verspätung. Er hinkt ihr gleichsam immer hinterher. Hegel sagt in seiner Rechtsphilosophie: "Wenn die Philosophie ihr Grau in Grau malt, dann ist eine Gestalt des Lebens alt geworden, und mit Grau in Grau läßt sie sich nicht verjüngen, sondern nur erkennen; die Eule der Minerva beginnt erst mit der Dämmerung ihren Flug."4 Somit geht nach Hegel keine Philosophie über ihre Zeit hinaus.5 Wir können nicht mehr versuchen, als unsere Zeit zu verstehen. Die Reflexion kann sich also nicht auf das zukünftige Ereignis richten, sondern nur auf unsere Gegenwart. 

Meine Vorüberlegungen zeigen an, daß in diesem Aufsatz nicht mehr geleistet werden kann, als anhand bestimmter Zeitdiagnosen einiger Autoren einige Aspekte unserer gegenwärtigen Situation zu schildern. Naturgemäß kann ein solches Thema in einer Zeitung, die nur Aufsätze mit einem bestimmten Umfang zuläßt, nicht umfassend dargestellt werden. Dennoch erschienen mir die Probleme, denen sich die heutige Gesellschaft ausgesetzt sieht, zu wichtig, als daß ich diese auf ein paar wenigen Zeilen hätte explizieren können. Es darf nicht vergessen werden, daß gerade die Lösung dieser Probleme die Zukunft der Menschheit entscheiden werden. Nun habe ich mich entschlossen, meinen Beitrag aufzuteilen, so daß der erste Teil in dieser, der zweite in der nächsten Ausgabe erscheinen wird. Der erste Teil wird sich besonders mit dem Soziologen Ulrich Beck beschäftigen, während ich in der nächsten Ausgabe meinen Schwerpunkt auf den systemtheoretischen Ansatz von Niklas Luhmann legen werde, den er in Bezug auf die ökologische Frage in dem Buch "Ökologische Kommunikation" vorgelegt hat. Zusätzlich werde ich im zweiten Teil am Schluß die Frage stellen, welche Rolle die Philosophie geenwärtig in der Diskussion um die ökologischen Probleme spielen kann. So hoffe ich doch, daß der eine oder andere Leser, um zu einem einheitlichen Bild zu gelangen, beide Zeitungen erstehen wird. Vielleicht ist es dem Aufsatz in seiner "Dürftigkeit und der Finsternis dieser Zeit beschieden (...), Licht in ein oder das andere Gehirn zu werfen ..."6. 

Es gibt wohl im Moment kein Thema, das unsere heutige Kultur mehr interessieren sollte, als die bis ins ungeheure gewachsene Verfügungsmacht des Menschen über die Natur als Umwelt des menschlichen Gesellschaftssystems. Besonders die Technik, die heute alle Lebensbereiche durchdringt, hat für den Menschen eine neuartige Situation geschaffen, die in der Geschichte seines bisherigen Bestehens einzigarig ist. Nicht nur leben wir heute in einer "Techno-Welt, einer von der Technik geprägten, vom homo technologicus gestalteten künstlichen Welt"7, sondern wir haben durch die technologische Entwicklungen uns die Macht geschaffen, "alles Leben auf der Erde (..) zu vernichten"8, oder durch technische Eingriffe "entscheidend zu schädigen"9. Lang ist die Liste der Verschmutzungen und Schädigungen des Ökosystems, die von der radioaktiven Verseuchung durch Unfälle in Atomkraftwerken, bis hin zu den schleichenden Zerstörungsprozessen, wie etwa der Auflösung der Ozonschicht, reicht. Mittlerweile ist auch quer durch alle wissenschaftlichen-künstlerischen etc. Teilgebiete unserer Gesellschaft hindurch die Reaktion auf die neuartigen Gefährdungslagen erfolgt. In verschiedenartigen Varianten wird der in ihren Grundlagen erschütterten Moderne der Garaus gemacht. Die einen verlieben sich in apokalyptische Prophezeiungen, während die anderen, nämlich weite Teile der New-Age-Bewegung, die Versöhnung von Geist und Natur beschwören, die rückdatiert wird "in einen nebelhaft verborgenen paläolitischen Ursprung, dem die Prädikate der Nichtentfremdung, der Gottesnähe und der Harmonie mit der Natur zugesprochen werden"10. Mit Ulrich Beck tritt neben Niklas Luhmann, auf den ich, wie gesagt, später zu sprechen komme, ein Autor auf, der sich im Bereich der Sozialwissenschaften mit der Frage der drohenden Selbstvernichtung der Gesellschaft beschäftigt hat. Sträflich, so Beck, sei in der deutschen Nachkriegssoziologie diese Frage ausgeklammert worden, so daß man ihr geradezu "Apokalypseblindheit"11 vorwerfen müsse. Es ist nun Becks Sache nicht, nach landläufiger Rede kurzschlüssig den Ausstieg aus der Moderne zu proklamieren 12. Beck ist eher der Auffassung, daß die Moderne auf halbem Wege stehen geblieben ist. Zwar startete sie mit der vielzitierten Kantischen Losung, den Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszuholen, ihn gleichsam aus der Finsternis seiner Unwissenheit ans helle Licht der Emanzipation und des Wissens zu führen, doch hat sie jene Versprechungen nicht halten können. Hatte die Aufklärung seit je "das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht"13 - besonders vor einer Natur - zu nehmen, die ihnen fremd und unheimlich erschien, reproduziert die technologische Zivilisation mit all ihren Gefährdungslagen, nunmehr als zweite Natur, gleichsam auf höherer Ebene, die Angst, der es doch galt den Kampf anzusagen. Das Projekt der "halbierten Moderne" hat Destruktivkräfte freigesetzt, die uns in das "Labyrinth der Risikogesellschaft" 14 geführt haben. Nun bedarf die Moderne der "ersten Hilfe"15. Becks Gedanke ist natürlich nicht ausgesprochen neu. Schon Horkheimer und Adorno erkannten, daß Wissen nicht notwendigerweise auf "das Glück der Einsicht"16 und "einen wahrhaft menschlichen Zustand"17 ziele. Vielmehr entspringt der Drang nach Wissen eher dem Willen des Menschen, sich selbst und die Natur beherrschen zu können: "Was die Menschen von der Natur lernen wollen, ist, sie anzuwenden, um sie und die Menschen vollends zu beherrschen." 18 Die "Risikogesellschaft" überfällt uns also nicht wie aus heiterem Himmel, sondern sie läuft unterirdisch neben der bekannten Geschichte, die man so gerne als eine des Fortschritts beschreibt. Radioaktiv verseuchte Pflanzen, Tiere und Menschen, sterbende Wälder etc. sind die "Schattenseiten unseres Fortschritts" 19, die eben nur gegenwärtig aus dem Verborgenen ans Licht treten. Die "gesellschaftliche Produktion von Reichtum " (R,25) geht "systematisch einher mit der gesellschaftlichen Produktion von Risiken" (R,25). 

Beck will nun keineswegs leugnen, daß das Leben der Menschen schon immer Risiken und Gefahren ausgesetzt war. Nur haben diese ganz neue Dimensionen angenommen. Auch in früheren Zeiten mußte der Einzelne Risiken in Kauf nehmen. Doch diese Risiken betrafen nur ihn selbst. Dies waren "persönliche Risiken" (R, 28). Die heutigen Risiken und Gefährdungen unterscheiden sich wesentlich von denen vergangener Epochen durch die "Globalität ihrer Bedrohung" (R,29). Im Unterschied zu frühindustriellen Risiken (z.B. möglicher Unfall am Arbeitsplatz) haben Folgen von in Kauf genommenen "Modernisierungsrisiken" (R,29) eine "beispiellose kausale Reichweite"20. Sie sind zeitlich und räumlich nicht mehr einzugrenzen. Sie gefährden nicht nur das Leben auf dieser Erde in all seinen Erscheinungsformen, sondern ihre Langzeitwirkungen betreffen unter Umständen in ihrer vollen Reichweite erst nachkommende Generationen. Ebenso machen die möglichen Folgen der heutigen Großgefahren die Vorstellung eines individuell ausgelegten Verursacherprinzips (vgl. G,11) obsolet. Das traditionelle Relikt des Einzeltäters (vgl G,10) muß endgültig verabschiedet werden. Die Handlungssubjekte treten heute nicht mehr als einzelne Personen auf, sondern in Gruppen, Teams oder gar in Gestalt von Organisationen oder Firmen etc. 21, kurz gesagt, als kollektive Täter, so daß eine eindeutige Ursachenzuschreibung gar nicht mehr möglich ist. Darüberhinaus ist es einmal in Gang gesetzten technologischen Handlungskomplexen immanent, daß sie Nebenwirkungen produzieren können, die zur Zeit ihrer Ausführung nicht prognostiziert werden konnten. Neben den beabsichtigten Folgen können immer unbeabsichtigte Nebenfolgen ausgelöst werden, die wir heute noch gar nicht antizipieren können. Die Risiken erschöpfen sich also nicht in den bereits "eingetretenen Folgen und Schädigungen. In ihnen kommt wesentlich eine zukünftige Komponente zur Sprache" (R,43). 

Das "Zentrum des Risikobewußtseins", die Vorwegnahme der noch nicht eingetretenen, aber drohenden Zerstörungen "liegt nicht in der Gegenwart, sondern in der Zukunft" (R,44). Schließlich liegt die Neuartigkeit der Einschätzung von Folgen noch in der Tatsache begründet, daß sie in der gegenwärtigen Gesellschaft grundsätzlich entscheidungs- und systembedingt sind. Während in vorindustriellen Hochkulturen der Mensch Gefahren ausgesetzt war, die seiner Kontrolle entzogen waren (Krankheiten, Naturkatastrophen), sind spätindustrielle Großgefahren jedoch "handlungsabhängig historisch entstanden, also nicht auf außergesellschaftliche Mächte und Einflüsse abwälzbar", wobei auch sie die "Logik der Risikokalkulation und -vorsorge" (G,121) unterlaufen. 

Modernisierungsrisiken sind auch nicht sozial eingrenzbar. Die Folgen verseuchten Trinkwassers, vergifteter Nahrung machen auch vor dicken Geldbeuteln nicht halt, "Not ist hierarchisch, Smog ist demokratisch" (R,48). In der Risikogesellschaft beginnt sich die "Qualität von Gemeinsamkeit zu ändern" (R,65). Schichtungsspezifische Probleme werden geringer gegenüber der Unsicherheit und der Angst vor dem Risiko. Eine neue Qualität kollektiver Daseinsangt vor dem Unbekannten, der mit uns am Tisch sitzt und diesen jederzeit umstürzen kann 22 erfaßt den aufmerksamen Teil der Bevölkerung. Die lauernde Präsenz potentieller Unsicherheitsfaktoren läßt "an die Stelle der Gemeinsamkeit der Not (...) Gemeinsamkeit der Angst" (R,66) treten. 

Man kann also ein Zwischenergebnis festhalten: "Die Welt ist in Unordnung" (G,183). Sprachen wir gestern noch von Fortschritt, Verbesserung des Lebensstandartes, Herauslösung des Menschen aus traditionellen Zwängen, wird heute allerorten die Angst vor dem Weg in eine unsichere Zukunft artikuliert. Trotz zahlreicher Bekundungen einer neu entwachsenen Unsicherheit beklagt Beck das mangelnde Protestpotential der Bevölkerung gegen die Bedrohungen. Die Gefährdungslagen der Risikogesellschaft haben in den Bewußtseinsweisen der Menschen noch keine adäquate Reaktion hervorgerufen. Wo sind etwa das Entsetzen und der Schock geblieben, die die Menschen nach Tschernobyl aus den Fassungen der Normalität gerissen hatten? 23 Schuld daran ist ein "weitverzweigtes Labyrinth-System, dessen Konstruktionsplan (...) die Gleichzeitigkeit von Zuständigkeit und Unzurechenbarkeit, genauer: Zuständigkeit als Unzurechenbarkeit oder: organisierte Unverantwortlichkeit" (G,100) ist. Im Dickicht der Großbürokratien werden Gefahren "kleingerechnet" (G,104). Die Organisationen und Institutionen haben zum Schutze ihrer Systemerhaltung ein dichtes Mauerwerk der Fälschung und Verschleierung (vgl. G,102) errichtet. Dies kann man zum Beispiel nachvollziehen anhand der Diskussion um Grenzwertbestimmungen. Grenzwerte legen fest, wie hoch der Schad- und Giftstoffgehalt in Luft, Wasser und Nahrung sein darf. Die Grenzwertanalyse ist äußerst problematisch, da sie nur einen Bruchteil von wirklich vorhandenen chemischen Stoffen erfaßt. Die nicht erfassbaren Stoffe werden a priori freigesprochen. Das gleiche gilt aber auch für die Stoffe, die den Meßinstrumenten zugänglich sind. Denn Grenzwerte lassen den Giftausstoß "zugleich zu und legitimieren ihn in dem eingeschränkten Umfang" (R,85). Dort, wo Grenzwerte gesetzt werden, wird Vergiftung, wenn auch nur ein bißchen, verordnet und als Normalität erklärt. Es geht bei dieser Verordnung gar nicht um eine "Verhinderung der Vergiftung, sondern um das zulässige Maß der Vergiftung" (R,86). "Der amtliche Giftfreispruch negiert die Giftigkeit des Giftes und wird so zum Freifahrtschein der Vergiftung." 24 Was die Grenzwerte gleichsam auf unterster Ebene verdeutlichen, läßt sich hochrechnen bis zu den Verharmlosungs- und Vertuschungsstrategien atomarer Katastrophen. Der amerikanische Organisationssoziologe Charles Perrow analysiert in seinem Buch "Normale Katastrophen" die Vertuschungsformen, die von den Verantwortlichen innerhalb großtechnischer Systeme angewendet werden. Perrow geht es vor allem darum die Mär zu destruieren, Katastrophen würden immer auf Bedienungsfehler des Personals zurückzuführen sein. Seine These lautet vielmehr: großtechnische Systeme haben immanente Eigenschaften, die früher oder später zu Störungen und Unfällen führen müssen. Trotz effizienter Sicherheitsvorkehrungen wird es irgendwann notwendigerweise zu "unvermeidlichen Unfällen" 25 kommen. Dies liegt nach Perrow daran, daß derartige Systeme eine ungeheure Komplexität erreicht haben. Ihr Kennzeichen ist es, eine "Vielfalt von Komponenten" 26 in sich zu vereinigen, die "eng gekoppelt und mit zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten" 27 ausgestattet sind. Es kann nun passieren, daß sich nicht vorhersehbare Ereignisse zu einer bestimmten Konstellation verknüpfen, somit derartig ineinandergreifen, daß es zu Kettenreaktionen und gerade aus jener eher zufälligen Verknüpfung unglücklicher Umstände schließlich zur Katastrophe kommt. Mit dem Begrif des "normalen Unfalls" will Perrow darauf hinweisen, "daß beim Vorliegen der genannten Systemeigenschaften vielfache und unerwartete Interaktionen zwischen Störungen des Systems zwangsläufig auftreten werden" 28. Perrows Interesse ist es nun, die Reaktionsweisen der verantwortlichen Stellen auf Unfälle zu sammeln. Ich nenne nur einige wenige. Grundsätzlich muß man davon ausgehen, daß die Informationen über ein eingetretenes Unglück aus Quellen außerhalb des Systems stammen. Die verantwortlichen Sprecher von Großunternehmern sind daran interessiert, Nachrichten über ein Unglück möglichst lange zu verzögern, zurückzuhalten und zu dementieren. Die Betreiber großtechnischer Systeme werden nach Möglichkeit immer darauf hinweisen, daß nicht das technische System die Ursache für den Unfall ist, sondern menschliches Fehlverhalten. Denn zur wirklichen Vorbeugung müßten große Umarbeiten am technischen System selbst vollzogen werden etc. Gerade das Unglück in Tschernobyl hat auf grauenhafte Weise bewiesen, daß Perrows Einsichten zutreffen. 29 Tschernobyl, so Ulrich Beck, hat die "Unsicherheit des Sicherheitsstaates" (G,131f.) aufgedeckt. Die Verharmlosungstaktiken, die fehlenden Vorsorgen, die strategische Unwissenheit der Betreiber und Behörden verdichten sich zu einem latenten institutionalisierten Skandal (vgl. G,133). Die Welt ist endgültig zum Labor geworden. Denn die in kleinen Dosen verschriebenen Vergiftungen mittels Grenzwerten, atomare und chemische GAUs bis hin zu Projekten gentechnischer Manipulation beweisen, daß wissenschaftliche Experimente lange schon nicht mehr auf die wissenschaftlichen Labors beschränkt sind. Die Wissenschaft benutzt die gesamte Biosphäre mitsamt dem Menschen als Versuchskaninchen für ihre Experimente mit unsicherem Ausgang. "Nicht mehr die Folge: erst Labor, dann Anwendung, sondern die Überprüfung kommt nach der Umsetzung, Herstellung vor Forschung." (G,201) Dabei müssen die Institutionen schon deshalb an ihren Sicherheitsversprechen festhalten, um auch weiterhin glaubwürdig erscheinen zu können. Denn "das Eingeständnis der Gefahr fällt zusammen mit dem Eingeständnis, daß alle, die bisher Recht hatten, alle Institutionen eingeschlossen, sich geirrt und somit versagt haben." (G,139) 

Ich habe mir mit Ulrich Beck die Frage gestellt, warum heute angesichts der lebensbedrohlichen Gefahren, die Proteste von seiten der Bevölkerung relativ gering ausgebildet sind. Eine Antwort darauf gibt Beck mit dem Begriff der "organisierten Unverantwortlichkeit", womit die ganze Palette der Verschleierungstaktiken heutiger Institutionen gemeint sind. Einen anderen Grund sieht Beck auch in der Wissensabhängigkeit von Gefahrenlagen. Risikowahrnehmung hängt weitgehend von der kulturellen Definition derselben ab. Risiken sind "soziale Konstruktionen" (G, 145), die "symbolisch vermittelt" (G,75) werden. Nur derjenige, der sich genügend informiert hat, wird auch angemessen auf sie reagieren können. Im Wissen können Gefahren größer oder kleiner gemacht werden. Wissensvermittlung bedeutet: "Es zeigen sich Gruppen betroffen, die besser ausgebildet sind und sich rege informieren." (R, 69) Becks Theorie ist dennoch nicht auf einen puren Konstruktivismus zu reduzieren. Seine Theorie enthält substantialistische Elemente. Naturzerstörungen werden nicht mehr nur durch die kulturelle Wahrnehmungsbereitschaft definiert. Der "Bann der Unsichtbarkeit des Risikos", so Beck, kann heute durch "Eigenerlebnisse durchbrochen werden" (R,69). Absterbende Bäume, Giftmüllunfälle, ölverschmierte Tierkadaver, Schadstofferosionen an Gebäuden (vgl. R,73) verweisen auf die zunehmende Entblößung und Wahrnehmbarkeit der Risiken hin. Zudem werden wir selbst immer mehr in den Gefahrenstrudel hineingerissen, weil Krankheiten die Verletzbarkeit unseres eigenen Organismus bezeugen. Wir merken plötzlich, daß die Natur, auch wenn sie "immer schon" eine kulturell vermittelte ist, nicht das Andere unserer Zivilisation ist, sondern wir selbst Kinder der Natur sind. "Der Mensch erfährt im Sterben der Wälder sich als 'Naturwesen' (...), als bewegliches, verletzliches Ding unter Dingen." (R,99) Die Vergiftungsbedrohung "läßt ihn fühlen, daß er mit seinem Körper teilhat an den Dingen" (R,99). Kurz gesagt: "Es ist das Ende der 'anderen'" (R,7), das Ende "der Gegenüberstellung von Natur und Gesellschaft" (R,9). Im Zeitalter der Risikogesellschaft werden wir uns bewußt, daß alle idealistisch-konstruktivistischen Ansätze nicht darüber hinwegtäuschen können, daß zerstörte Natur und letztendlich unsere Auslöschung als Gattung eine letzte Grenze sind, die uns an das Gesamtsystem Natur ketten und mit ihm verbinden. 

Ich werde nun auf ein anderes Buch zu sprechen kommen, das mir wichtig erscheint, weil es besondere Einblicke in die Eigenwelt der Tiefenstruktur unserer Gesellschaft gewährt. Die Rede ist von Niklas Luhmanns "Ökologischer Kommunikation" 30. Daß jenes schmale Werk für das Thema, das in diesem Aufsatz zur Diskussion steht, wichtig ist, läßt sich schon durch seinen Untertitel andeuten. 

Luhmann hat sich nämlich eingehend damit befaßt, ob die moderne Gesellschaft überhaupt die Möglichkeit besitzt, sich auf ökologische Fragen "einzustellen". Er bezieht sich in in seinem Buch in weiten Teilen auf seine allgemeine Theorie, die er 1984 in einer breit angelegten Studie über soziale Systeme 31 veröffentlicht hat. 

Um den Zugang zu Luhmanns Argumentation im Zusammenhang mit der ökologischen Debatte zu erleichtern, werde ich einige Kernthesen von seiner Theorie explizieren. 

Luhmann macht sich bei seiner Betrachtung über die Genese und Organisation sozialer Systeme die Theorie autopoietischer Systeme zu eigen, an deren Zustandekommen besonders die beiden Chilenen Francisco J. Varela und Humberto R. Ilaturana beteiligt waren. Autopoietische bzw. selbstreferentielle Systeme sind operational geschlossene Systeme, die ihre Elemente bzw. Bestandteile selbst produzieren und reproduzieren. Das autopoietische Konzept Maturanas und Varelas ist bezogen auf die Operationsweise neuronaler Netze, wie es unser Gehirn etwa ist. Sie gehen davon aus, daß das Gehirn kein "umweltoffenes Reflexsystem" 32 ist, sondern ein geschlossenes System, das "nur seine eigene 'Sprache' versteht" 33. Das Gehirn operiert also nicht in der Weise, daß es Abbildungen wirklicher Außenweltereignisse verarbeiten würde, sondern ist "autonom gegenüber seiner Umwelt"34 und determiniert durch die Struktur und Operationsweise seiner Bestandteile. Dies bedeutet nicht, daß die Vertreter dieser Theorie grundsätzlich leugnen, daß autopoietische Systeme keine Umweltbeziehung hätten. Die Verbindung zur Welt bleibt bei neuronalen Netzen etwa durch Sinnesrezeptoren gewahrt. Aber bei dem "Übersetzungsprozeß" 35 ,bei dem Ereignisse aus der Umwelt durch das Gehirn verarbeitet werden, geht das "Original verloren" 36. Autopoietische Systeme werden zwar von außen zu Operationen angeregt, jedoch determinieren diese Einwirkungen nicht die "Zustandsfolgen des Systems" 37. Das Nervensystem erfährt diese "nur an und in sich selbst" 38. 

Entsprechend dieser Theorie faßt Luhmann soziale Systeme als autopoietisch auf, insofern sie die Fähigkeit besitzen, "Beziehungen zu sich selbst herzustellen und diese Beziehungen zu differenzieren gegen Beziehungen zu ihrer Umwelt" (SS,31). Ganz analog wie es für neuronale Netze gilt, definiert nach Luhmann das System selbst seine Umwelt, wobei auch für ihn es selbstverständlich ist, daß zum Aufbau von Systemen die Umwelt konstitutiv ist. Gäbe es nur die Identität des Systems, würde es keine Selbstreferenz geben. Indem nämlich das System sich von seiner Umwelt absetzt, im Sinne Hegels, sie negiert, setzt es als Ergebnis dieses Prozesses seine eigene Grenze, bzw. bestimmt sich selbst. "Für die Theorie selbstreferentieller Systeme ist die Umwelt vielmehr Voraussetzung der Identität des Systems, weil Identität nur durch Differenz möglich ist." (SS,243). Jener Negationsprozeß ist für das System notwendig, da er Reduktion von Komplexität leistet. Die Negation ist ein Selektionsmechanismus, mit dessen Hilfe die für das System relevanten Ereignisse fixiert werden und andere ausgeschlossen werden. 

Ich nenne ein Beispiel, das Bezug nimmt auf Arnold Gehlen: das relativ weltoffene bzw. instinktarme Wesen Mensch benötigt zum erfolgreichen Handeln bestimmte "Automatismen der Selektionssteuerung" 39. Besonders in funktionaldifferenzierten Gesellschaften, in denen sich hochspezialisierte Subsysteme entwickelt haben, im Gegensatz --u relativ einfach strukturierten Gesellschaften früherer Zeit, ist die"soziale Komplexität, das heißt die Zahl und die Arten möglichen Erlebens und Handelns"40, in extremen Maße gestiegen. Deswegen müssen Strukturen, oder, wie Jürgen Habermas es ausdrückt, "Inseln geringerer Komplexität" 41 geschaffen werden, die die relativ kontigenten Handlungsmöglichkeiten einschränken und damit Erwartungsmuster bereitstellen, die einen möglichst reibungslosen sozialen Verkehr möglich machen. Dies bedeutet aber, nun wieder allgemein gesprochen, für das Verhältnis von System und Umwelt, daß für jedes System die Umwelt immer "komplexen ist als das System selbst" (SS,48). Denn "Reduktion kann nur im System" (ÖK,33) hergestellt werden. Das System entscheidet somit, welche Aspekte der Umwelt für es relevant sind. Aus der Vielfalt von Umweltereignissen filtert es diejenigen Informationen aus, die zur Erhaltung und Veränderung seiner Organisation benötigt werden. Das System entscheidet nach systemspezifischen Kriterien, was als sinnvoll und was als sinnlos zu gelten hat, weil es "stets mehr Möglichkeiten des Erlebens und Handelns gibt, als aktualisiert werden können" 42. Dieser "Sinnzwang" (SS,95) führt notwendigerweise dazu, daß das System sich von der Umwelt abgrenzt. Es hat sich "gegen die überwältigende Komplexität seiner Umwelt zu behaupten" (SS,250). Wäre jenes Komplexitätsgefälle (vgl. SS.72) zwischen System und Umwelt nicht gegeben, "wurde das System sich nicht von seiner Umwelt unterscheiden, es würde nicht als System existieren" (ÖK,41). 

Als erstes Fazit läßt sich somit festhalten: Systeme selbst "differenzieren sich aus und konstituieren damit Umwelt als das, was jenseits ihrer Grenzen liegt. (... ) Die 'Einheit' der Umwelt ist nichts anderes, als ein Korrelat der Einheit des Systems, denn alles, was für ein System Einheit ist, wird durch das System als Einheit definiert." (ÖK,23) 

Grundvoraussetzung für das Zustandekommen sozialer Systeme und für die Reproduktion ihrer Bestandteile ist es, notwendige semantische Strukturen bereitzustellen. Der basale Prozeß sozialer Systeme kann daher nach Luhmann "nur Kommunikation sein" (SS,192). "Die Gesellschaft besteht aus nichts anderem als aus Kommunikation, und durch die laufende Reproduktion von Kommunikation durch Kommunikation grenzt sie sich gegen eine Umwelt andersartiger Systeme ab." (ÖK,24) Die Gesellschaft ist für Luhmann ein autopoietisches System 'par excellence', da es sich auf der Grundlage von Kommunikation Überhaupt erst bildet. Kommunikation ist sozusagen die Bedingung der Möglichkeit des Zustandekommens sozialer Systeme. Dieser entscheidende Gedanke von Luhmann hat für die Frage nach der Möglichkeit eines adäquaten Reagierens der Gesellschaft auf die drohende Naturzerstörung weitreichende Folgen. Denn auch ökologische Gefährdungen werden für das soziale System nur insofern relevant, als sie im Kommunikationssystem der Gesellschaft thematisiert werden. Die Gesellschaft ist immer an "die Sprache gebunden" (ÖK.42). "Sie beobachtet nur durch Kommikation. Sie kann nichts anderes als sinnhaft kommunizieren und diese Kommunikation durch Kommunikation selbst regulieren." (ÖK,63). Außerhalb des Kommunikationssystems Gesellschaft gibt es ja überhaupt keine Kommunikation. "Das System ist das einzige, das diesen Operationstypus verwendet, und ist insofern real-notwendig geschlossen." (SS,61). Das, was wir in unserem natürlichen Bewußtsein als Natur oder Umwelt bezeichnen, gibt es für Luhmann überhaupt nicht. Die Umwelt ist ein "systeminternes Konstrukt" 43. Streng nach der inneren Logik ihrer Selbstregulierung definieren Systeme selbst, was in der Umwelt ihnen zum Problem wird. Für ein solches System, so Luhmann, "gibt es auf der Ebene des eigenen Funktionierens keine Umweltkontakte", ein soziales System kann ebensowenig "wie ein psychisches System sein Bewußtsein operativ in die Welt hineinverlängern" (SS, 556). Die kommunikativen Operationen eines Systems "sind Operationen, die nicht aus dem System hinausreichen und, gleichsam mit langer Hand, etwas hineinholen können" 44. Es ist eben ein System mit Grenzen, die von diesem selbst konstituiert werden. Es geht Luhmann also gar nicht darum, welche Mittel bereitgestellt werden müssen, um ökologische Krisen zu verhindern, sondern vielmehr geht es um die grundsätzliche Frage, "wie die Gesellschaft als operativ geschlossenes System sinnhafter Kommunikationen über ihre Umwelt kommuniziert; und noch enger: welche Möglichkeiten sie hat, aber ökologische Gefährdungen zu kommunizieren" (ÖK.62). Anders ausgedrückt: Solange im Gesellschaftssystem nicht über ökologischen Gefährdungen kommuniziert wird, solange wird die Gesellschaft nicht auf ökologische Gefahren reagieren. Mögen auch die Ölvorräte abnehmen, die Wälder absterben, der Himmel sich verdunkeln, die Meere verschmutzen, die Fische sterben oder die Menschen, das "alles mag der Fall sein oder nicht der Fall sein", jedoch hat dies nach Luhmann, keine "gesellschaftlichen Auswirkungen", "solange darüber nicht kommuniziert wird" (ÖK,63). 

Wie argumentiert nun Luhmann weiter? Luhmann setzt, wie ich es vorhin bereits andeutete, voraus, daß moderne Gesellschaften zur Reproduktion und Herstellung ihrer Bestandteile ein hohes Maß an Effizienz benötigen. Deswegen differenzieren sie Teilsysteme aus, deren hochspezialisierte Funktionen sich wechselseitig stabilisieren und organisieren. Nur so kann ein "ausreichendes Komplexitätsniveau" (ÖK,48) gewonnen werden. Die Teilsysteme 'fühlen' sich dadurch entlastet, daß viele "Erfordernisse der Gesamtsystemreproduktion anderswo erfüllt werden" (SS, 262). Jedes Subsystem kann sich in Ruhe auf den ihm zugeschriebenen Funktionsbereich spezialisieren, weil es weiß, daß die anderen Subsysteme die Aufgaben erfüllen, die es selbst nicht bezwingen kann. Deswegen, so Luhmann, muß man, will man erkunden, "wie eine Gesellschaft auf ökologische Gefährdungen reagieren kann (... ) die Einschränkung der Möglichkeiten ihrer Teilsysteme überprüfen." (ÖK,48) Jedes dieser Teilsysteme operiert mit einem von ihm speziell ausgebildeten "Code". Es gelten also für die verschiedenen Systeme je eigene Informationsregeln, die eine höhere Eigeneffiziens für das System bedeuten. Codes leisten eine schnelle und zuverlässige Einordnung von Kommunikation in je spezifischen Kontexten durch eine Einschränkung des Bedeutungsstromes von Kommunikation. Die Teilsysteme sind vor allem mit sich selbst beschäftigt. Dies bedeutet, daß sie nicht "wechselseitig füreinander einspringen" (ÖK,97) und sich nicht gegenseitig ihre Funktionen abnehmen können. Die Resonanzfähigkeit jener Subsysteme auf ökologische Fragen kann hinreichend nur durch die immanente Logik der Teilsysteme selbst beantwortet werden. Denn jeder dieser binären Codes beansprucht "weltuniversale Geltung, aber nur für seine Perspektive" (ÖK, 207). 

Was immer also an "Umweltverschmutzung auftritt, kann nur nach Maßgabe des einen oder des anderen Code wirkungsvoll behandelt werden." (ÖK,218) Das Wirtschaftssystem etwa hat "seine Einheit im Geld" (SS,625). Es ist nur so weit resonanzfähig, als ökologische Krisen wirtschaftlich relevant sind. Ein Interesse für Umweltfragen kann nur dann entstehen, wenn man entsprechende Verdienstmöglichkeiten an ihnen entdeckt, sprich "neue Märkte erschließt, neue oder verlagerte Kaufanreize produziert" (ÖK, 113) etc. Luhmann faßt zusammen: "Der Schlüssel des ökologischen Problems liegt, was Wirtschaft betrifft, in der Sprache der Preise. Durch die Sprache wird vorweg alles gefiltert, was in der Wirtschaft geschieht, wenn die Preise sich ändern bzw. nicht ändern. Auf Störungen, die sich nicht in dieser Sprache ausdrucken lassen, kann die Wirtschaft nicht reagieren..." (ÖK,S.122). Auch das politische System kann nur im "Rahmen der Eigenfrequenz resonanzfähig sein" (ÖK,175). Es ist besonders abhängig von der Meinung und der Resonanz der Wähler. Eine auf Dauer gestellte ökologische Politik wird also immer mit der Frage zu kämpfen haben, ob der Schwerpunkt mehr auf ökonomische oder ökologische Präferenzen zu legen ist. In jedem Fall, so Luhmann, haben die Einzelthemen der Politik "sehr unterschiedliche Zeithorizonte": "Angesichts des 'Waldsterbens' mag man es mit den neuen Abgasnormen für Automobile politisch eilig haben; aber im politischen Geschäft ist dies nur ein Argument unter anderen..." (ÖK, 181). Ähnlich skeptisch beurteilt Luhmann auch die Resonanzfähigkeit der anderen Teilsysteme. Gerade weil sich jene Subsysteme in modernen Gesellschaften extrem spezialisiert haben, ist ihre Resonanzfähigkeit äußerst gering. Ulrich Beck kommentiert: Weil die globalen Gefährdungen nur aspektspezifisch im Kleinschrittverfahren der Teil-systeme und unter Anwendung der dort geltenden 'Codes' angegangen werden können, ist die Gesellschaft zwar nicht zur gänzlichen Ohnmacht, aber zur grundsätzlichen Unangemessenheit ihrer Antworten gezwungen. (... ) Die Teilsysteme sind in ihrer Verfassung-'Codierung' nicht in der Lage, die ökologische Herausforderung wahr- und anzunehmen." 45 

Nun zieht Luhmann aus dieser prekären Situation einen eigenartigen Schluß, der jedoch gemäß seiner Theorie nur konsequent ist. Die Gesellschaft bringe angesichts der ökologischen Gefährdungen zu wenig Resonanz auf. Aber, und dies ist die Kehrseite von Luhmanns Argumentation, sie kann auch gleichzeitig zu viel Resonanz entwickeln, so daß das System "ohne von außen zerstört zu werden, an internen Überforderungen zerspringen" (ÖK,220) könnte. Da die Gesellschaft nicht "mit ihrer Umwelt", sondern nur "nach Maßgabe ihrer Informationsverarbeitungskapazität über ihre Umwelt" kommuniziert, reguliert sie gleichzeitig selbst gemäß ihrem inneren Gleichgewicht, wie stark der Informationsfluß sein darf. Gesetzt den Fall, daß die "Irritationen und Störungen" etwa neuer sozialer Bewegungen die "gesellschaftsinternen Systemgrenzen" überfordern, kann es zu "Turbulenzen" (ÖK,221) kommen, die sich auf andere Systeme übertragen. Aus Anlaß ökologischer Gefährdungen könnte es dann nicht nur im politischen System, das wohl die erste "Anlaufstelle (... ) für ökologische Desiderate" (ÖK,226) ist, zu Funktionsstörungen kommen, nein, sie könnten geradezu auf andere Teilsysteme übergehen und die hochkomplizierten Steuerungsmechanismen außer Kraft setzen. Dazu Luhmann: "Ein solches Sichaufschaukeln von Resonanz hat in einem evolutionär hoch unwahrscheinlichen Gesellschaftssystem eher destruktive Folgen." (ÖK,226) Das Skandalon einer Gesellschaft, die immer mehr die Lebensmöglichkeiten nachfolgender Generationen beeinträchtig und schmälert, wird von Luhmann geradezu als Angstrhetorik abgetan, die am Ende eher zerstörerisch wirkt, als daß sie die Bewußtseinsweisen der Bevölkerung mobilisieren könnte. So sagt Luhmann als Resultat seiner Analyse kalt und nüchtern. "Unsere Gesellschaft hat im Horizont möglicher Katastrophen zu leben, und zwar ganz normal und unaufgeregt zu leben; sonst verschwinden die eventuellen Katastrophen zwar nicht, aber es kommen vermeidbare Aufregungsschäden hinzu." (zit. nach G,170) 

Ulrich Beck hat Luhmanns Thesen auf folgende Formulierungen gebracht: "Wer den Mund hält, atmet auch keine giftigen Gase ein! Schweigen entgiftet! Auf diesen zynischen Kalauer läßt sich die systemtheoretische 'Lösung' der ökologischen Herausforderung bringen." (G.171). Entgegen dem Luhmannschen "Horrorbild einer lernunfähigen Gesellschaft" setzt Beck auf die Chancen und atomaren Herausforderungen der Demokratie. Gerade im politischen System sieht Beck ein weitaus größeres Konfliktpotential, als der Bielefelder Systemtheoretiker. Luhmann verniedliche die im System immanenten Widersprüche "zu einem Aufmucken, das ein paar Ängstliche aus Angst vor der Angst anzetteln" (G,176). In Wirklichkeit befindet sich die Gesellschaft und besonders die Politik, so ist Becks Meinung, in einem Strudel der Veränderung (vgl.R,303). Es werden immer mehr zusätzliche Politträger freigesetzt. Ein " wachsendes Selbstbewußtsein und Partizipationsinteresse der Bürger" (R,318) macht es möglich, daß eine Vielzahl partikulär interessierter Gruppen, "von Initiativgruppen über die sogenannten 'neuen sozialen Bewegungen' bis zu Formen alternativen, kritischer Berufspraxis" (R,317), die Aufgaben übernehmen, die die Lähmungserscheinungen des politischen Systems - das, wie Beck glaubt, zusehends technokratisch wird, da die politischen Instanzen nur noch das ausführen, "was wissenschaftliche Gutachten empfehlen" (R,308) - aufbrechen wollen. Diese gesellschaftlichen Teilgruppen greifen zunehmend unter Wahrnehmung der Grundrechte in den Prozeß der politischen Entscheidungsbildung ein. Beck steht den "Einflußmöglichkeiten der Subpolitik" (R,372) grundsätzlich positiv gegenüber. Um aber etwa den Gefahren einer ökologischen Diktatur (vgl.R,105) vorzubeugen, sieht Beck dennoch Einflußmöglichkeiten für die "offizielle Politik" (R,373) gesichert. Politik soll, ohne "der einzige oder auch nur der zentrale Ort" (R.371) der Gesellschaftsgestaltung zu sein, eine "bewahrende, schlichtende" (R,373) Aufgabe übernehmen. Soziale Konflikte, auf die Beck große Hoffnungen setzt, müssen irgendwo aufgefangen werden, konsensfähig gemacht werden und gesetzlich und rechtlich abgesichert werden. Darüberhinaus ist die zentrale Frage, auf die die "politische Entwicklung in der Gefahrenzivilisation sich zuspitzt", die Neustrukturierung längst obsolet gewordener Grundlagen und Prinzipien (man denke etwa an das individuell ausgelegte Verursacherprinzip im Rechtssystem). Kurzum: Beck fordert andere "Beweisverhältnisse, andere Bremsverhältnisse, andere Kontroll- und Steuerungsverhältnisse, andere Mitbestimmungsverhältnisse" (G,291). 

Ich möchte zum Schluß noch einige Bemerkungen darüber machen, welche Rolle der Philosophie im Zeitalter der Risikogesellschaft zukommt. Hinter aller Kritik an auftretenden Gefährdungslagen steckt implizit ein normativer Horizont verlorener Sicherheit, gebrochenen Vertrauens (vgl R,37). Wie nie zuvor müssen wir uns heute die Frage stellen, wie wir leben wollen, ohne die Biosphäre des Planeten und somit unsere eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Deswegen liegt gegenwärtig eine der Hauptaufgaben der Philosophie darin, eine Ethik zu entwickeln, die die neuartigen Zugriffs- und Wirkungsmöglichkeiten des Menschen neu überdenkt. Die Ethik wird immer dann auf den Plan gerufen, wenn die eingeschliffenen moralischen Prinzipien "auf Kollisionskurs mit sich selbst" 46 gehen. In einer Zeit, in der die Technik sowohl für den Menschen als auch für die Gesamtnatur und alle nichtmenschlichen Mitkreaturen zum 'Schicksal' geworden ist, gilt es, der Ethik, die bisher nur anthropozentrisch war, eine neue Gestalt zu geben. "Die Ethik der Nächstenliebe reicht nicht mehr im Zeitalter globaler Fernwirkungsverflechtungen." 47 

Hans Jonas hat diese Situation zum Ausgangspunkt seiner Ethik für die technologische Zivilisation gemacht. Die ethische Kategorie, die er neu definiert, ist die Verantwortung. Wenn (technische) Handlungen und deren Folgen, wie ich es oben bereits andeutete, räumlich und zeitlich nicht mehr zu begrenzen sind, dann bekommt auch die Verantwortung neue Dimensionen. Ich werde nur zwei Aspekte von Jonas' erweiterten Verantwortungsbegriffs explizieren. 

1. Bisher wurde ein Handelnder nur dann zur Verantwortung gezogen, wenn er "in enger kausaler Verbindung mit der Tat" 48 die "aktive Ursache" (DPV,172) gewesen ist. Da aber heute das Handlungssubjekt nicht mehr als Individuum, sondern als kollektiver Täter auftritt, ist es schwierig, dem jeweiligen Ingenieur, Techniker, Wissenschaftler etc. eindeutig die Schuld für eine begangene Handlung zuzuschreiben. Auch wenn das einzelne Individuum im Gehäuse bürokratischer Apparate nicht mehr als Handlungssubjekt auftritt, bleibt es dennoch Verantwortungssubjekt. Die Verantwortung menschlichen Einwirkens und deren Folgen muß "nach wie vor von einzelnen Individuen übernommen werden" 49. 

2. Verantwortung müssen wir auch für die Folgen übernehmen, die zur Zeit ihrer Ausführung gar nicht vorhersehbar waren. Das traditionelle Verantwortungsprinzip geht davon aus, daß nur derjenige für die Folgen von Handlungen zur Verantwortung zu ziehen sei, der sie wissentlich verursacht hatte. Das Verantwortungskonzept der Gegenwart sieht vor, daß auch Folgen, die unbeabsichtigt waren in dieses Konzept integriert werden müssen. Verantwortung heute kann nicht mehr nur die "ex-post-facto Rechnung für das Getane" (DPV,174) betreffen. Verantwortung in unserer Zeit heißt, sich vor einer Handlung bereit zu erklären, für diejenigen Folgen einzustehen, die diese Handlungen verursachen, auch wenn sie unbeabsichtigt waren. Für die Bewertung technischer Großprojekte müssen die verantwortlichen Stellen, so Jonas, folgende Faustregel ins Kalkül ziehen: "...in dubio pro malo - wenn im Zweifel, gib der schlimmeren Prognose vor der besseren Gehör, denn die Einsätze sind zu groß geworden für das Spiel." 50 

Der Begriff der Verantwortung muß weiterhin auf die speziellen berufsbezogenen Zusammenhänge konkretisiert werden. Ethik ist in einer funktional-differenzierten Gesellschaft nicht auf ein Teilsystem festzulegen, sondern es gibt so viele ethische Konzepte, wie es verschiedene gesellschaftliche Meinungsgruppierungen gibt. So ist das übergeordnete Prinzip Verantwortung auf die konkreten 'Berufsethiken' hin zu spezialisieren (Wirtschaftsethik, medizinische Ethik). In diesen Berufszweigen müssen "Orientierungsnormen" 51 festgelegt werden, die dem Handelnden Lösungen bei seiner Entscheidung geben. Ebenso müssen die Universitäten interdisziplinäre Studienmöglichkeiten fruchtbar machen, so daß es dem Student einer Disziplin (etwa Ingenieuren) nicht als Behinderung seiner Ausbildung oder geradezu als unötiges Anhängsel erscheint, wenn er neben seiner regulären Ausbildung Kurse in Ethik belegt. "Eine fruchtbare und realistische Zusammenarbeit über die veralteten Fakultätsgrenzen hinweg, insbesondere zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, zwischen Sozial- und Technikwissenschaften, ist heute nötiger denn je." (ebd. 47) Schließlich muß die Philosophie selbst, deutlicher bisher, darauf hinweisen, daß sie nicht in einem gesellschaftlich unabhängigen Vakuum existiert. Sie darf sich nicht mehr ins "Villenviertel des Geistes" (ebd. 201) zurückziehen, sondern muß ihren Beitrag zur Lösung der technologischen Probleme liefern. 

Wir leben, ich sagte es bereits zu Beginn mit Ulrich Beck, in einer halbierten Moderne. "Das Projekt der Moderne, der Aufklärung ist unabgeschlossen." (R.258). So gilt es, entgegen so vieler Beteuerungen, das Paradigma der Aufklärung habe vollkommen verspielt, eine neue Aufklärung zu proklamieren. Wohl müßte es eine Aufklärung sein, die sich auch ihres möglichen Umschlags ins Negative bewußt wäre. Diese reflexive Aufklärung, die wir im Blick haben, wäre eine solche, die "als soziale Bewegung und politische Kraft gegen die industriellen Fiktionen und Borniertheiten" (G.292) kämpfen würde. Wissen ist somit nicht ausschließlich an Machtpräferenzen gebunden. Nur wer über genügend Wissen über die Gefahren unserer heutigen Welt verfügt, ist auch im Stande, praktisch auf sie zu reagieren. Wir benötigen nichts mehr, als "eine kritische Aufmerksamkeit der gesellschaftlichen Öffentlichkeit"52 So steht nicht das Ende der Aufklärung, sondern "ihre Einlösung (...) jetzt und hier" (G,292) auf der Tagesordnung. 

Die dargestellten Vorschläge sollen gleichwohl nicht das Bild vermitteln, es stünde sehr gut mit uns. Vor großem Optimismus sei gewarnt. Wir müssen heute bereits ins Kalkül ziehen, daß es bereits zu spät ist. 53 Die Risikogesellschaft triebe dann zum letzten Ereignis, deren Zeuge sie sein darf, nämlich das ihres eigenen Untergangs. So möchte ich mit Niklas Luhmann schließen: "Die ökologische Selbstgefährdung liegt (... ) durchaus im Rahmen der Möglichkeiten von Evolution. Bedrohliche Lagen entstehen nicht nur dadurch, daß ein hoher Grad an Spezialisierung sich bei Veränderung der Umwelt als Fehlspezialisierung erweist. Man muß mindestens auch mit der Möglichkeit rechnen, daß ein System so auf seine Umwelt einwirkt, daß es später in dieser Umwelt nicht mehr existieren kann." (ÖK,38) 

Markus Holzinger 


1 Kamlah, Wilhelm, Lorenzen, Paul, Logische Propädeutik, Mannheim, Wien, Zürich 21973. S. 143. (back) 

2 Popper, Karl, R., Das Elend des Historizismus, Tübingen 61987. S.11. (back) 

3 Vgl. Popper, Karl, R., Logik der Forschung, Tübingen 61976. S.223. (back) 

4 Hegel, G., W., F., Grundlinien zur Philosphie des Rechts, Werkausgabe hrsg. von Eva Moldenhauer u. Karl Markus Michel, Bd. 7, Frankfurt/M. 1986. S.28. (back) 

5 Vgl. Hegel, G.,W.,F., Vorlesung über die Geschichte der Philosophie, 3 Bde. Hrsg. von Gert Irrlitz und Karin Gurst, Bd.3, Westberlin 1984. S.461. (back) 

6 Wittgenstein, Ludwig, Philosophische Untersuchungen, in: Werkausgabe, Bd.1. Frankfurt/M. 61989. S.225-580; hier Vorwort, S. 232 f. (back) 

7 Bungart, Walter, Lenk, Hans (Hg.) Technikbewertung. Philosophische und psychologische Perspektiven, Frankfurt/M. 1988. Vorwort S.7. (back) 

8 Lenk, Hans, Zur Sozialphilosophie der Technik, Frankfurt/M. 1982. S.7. (back) 

9 ebd. (back) 

10 Schorsch, Christof, Versöhnung von Geist und Natur? Eine Kritik, in: Dürr, Hans-Peter, Zimmerli, Walther, Ch. (Hg.), Geist und Natur, Bern, München, Wien 1991. S.342- 354; hier S. 348. (back) 

11 Vgl. Beck, Ulrich, Gegengifte. Die organisierte Unverantwortlichkeit, Frankfurt/M. 1988. S. 128; im folgenden zitiert als G. (back) 

12 Vgl. Schmid, Thomas, Die Chancen der Risikogesellschaft, in: Beck, Ulrich, Politik in der Risikogesellschaft, Frankfurt/M. 1991. S. 216-224; hier S.216. (back) 

13 Horkheimer, Max, Adorno, Theodor, W., Dialektik der Aufklärung, Frankfurt/M. 1988. S.9. (back) 

14 Beck, Ulrich, Wir Fatalisten. Im Labyrinth der Industriegesellschaft, in: ders., Politik in der Risikogesellschaft, a.a.O., S.82-97; hier S. 82. (back) 

15 Beck, Ulrich, Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt/M. 1986. S.297; im folgenden zitiert als R. (back) 

16 Horkheimer, Max, Adorno, Theodor, W., Dialektik der Aufklärung, a.a.O., S.10. (back) 

17 ebd. S.1. (back) 

18 ebd. S.10. (back) 

19 Beck, Ulrich, Politik in der Risikogesellschaft, a.a.O. Einleitung, S. 10. (back) 

20 Jonas, Hans, Das Prinzip Verantwortung, Frankfurt/M. 1984. S.9. (back) 

21 Vgl. Zimmerli, Walther, Ch., Wandelt sich die Verantwortung mit dem technischen Wandel? in: Lenk, Hans, Ropohl, Günter (Hg.), Technik und Ethik, Stuttgart 1987. S.92-111,; hier S. 103f. (back) 

22 Vgl. Hondrich, Karl-Otto, Ein unsichtbarer Gast sitzt am Tisch, in: Der Spiegel, Nr.21/1987. S.237-242. (back) 

23 Vgl. Beck, Ulrich, Im Labyrinth der Risikogesellschaft, a.a.O., S.84f. (back) 

24 Beck, Ulrich, Der Konflikt der zwei Modernen, in: Politik in der Risikogesellschaft, a.a.O., S.180-195; hier S. 190. (back) 

25 Perrow, Charles, Normale Katastrophen, Frankfurt/M., New York 1987. S.16. (back) 

26 ebd., S.17. (back) 

27 ebd. (back) 

28 ebd. S.18. (back) 

29 Vgl. dazu das SPIEGEL-Gespräch mit Kernphysiker Wladimir Tschernosenko: "Wir töten euch ganz leise", sowie den vorhergehenden Aufsatz: "Menschen sinnlos geopfert", in Der Spiegel, Nr.5/1992. S.140-16 (back) 

30 Luhmann, Niklas, Ökologische Kommunikation. Kann die moderne Gesellschaft sich auf ökologische Gefährdungen einstellen? Opladen 1986; im folgenden zitiert als ÖK (back) 

31 Luhmann, Niklas, Soziale Systeme, Frankfurt/M 1988, im Folgenden zitiert als SS (back) 

32 Schmid, Siegfried, J., Der radikale Konstruktivismus: Ein neues Paradigma im interdisziplinären Diksurs, in: ders. (Hrsg.) Der Diskurs des radikalen Konstruktivismus, Frankfurt/M. 1990. S. 11-88, hier S. 14 (back) 

33 ebd. (back) 

34 Roth, Gerhard, Autopoiese und Kognition: Die Theorie H.R. Maturanas und die Notwendigkeit ihrer Weiterentwicklung, in: Schmid Siegfried, J., (Hrsg.) Der Diskurs des radikalen Konstruktivismus, a.a.O. S. 256-286, hier S. 259 (back) 

35 Schmidt, Siegfried, J., Der radikale Konstruktivismus, a.a.O. S. 14. (back) 

36 ebd. S. 15 (back) 

37 Roth, Gerhard, Autopoiese und Kognition, a.a.O. S. 259 (back) 

38 ebd. S. 260 (back) 

39 Willke, Helmut, Systemtheorie, Stuttgart, New York, 1991. S. 110 (back

40 Luhmann, Niklas, Moderne Systemtheorien als Form gesamtgesellschaftlicher Analyse, in: Habermas, Jürgen, ders., Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie, Frankfurt/M., 1990. S. 7-25. hier S.22. (back) 

41 Habermas, Jürgen, Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie? Eine Auseindersetzung mit Niklas Luhman, in: Theorie der Gesellscahft oder Sozialtechnologie, a.a.O. S. 142-290; hier S. 148. (back) 

42 Luhmann, Niklas, Sinn als Grundbegriff der Soziologie, in: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie, a.a.O. S. 25-100, hier S. 32 (back) 

43 Luhmann, Niklas, Soziologische Aufklärung, Bd. 5. Konstruktivisitische Perspektiven Opladen, 1990. S. 40. (back) 

44 ebd. (back

45 Beck, Ulrich, Gegengifte, die organisierte Unverantwortlichkeit, Frankfurt/M. 1988, S. 169, im folgenden zitiert als G. (back

46 Zimmerli, Walther Ch., Technik als Natur des westlichen Geistes, in: Dürr, Hans-Peter, ders. (Hg.), Geist und Natur, Bern, München, Wien 1991, S. 389-409, hier S. 404 (back

47 Lenk, Hans, Verantwortung in, für, durch Technik, in: Bungard, Walter u. ders. (Hg.) Technikbewertung. Philosophische und psychologische Perspektiven, Frankfurt/M. 1988. S. 58-78, hier S. 64 (back

48 Jonas, Hans, Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Frankfurt/M. 1984. S. 172.; im folgenden zitiert als DPV (back

49 Zimmerli, Walther Ch., Technik als Natur des westlichen Geistes, a.a.O. S. 405 (back

50 Jonas, Hans, Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung, Frankfurt/M. 1987. S. 67 (back

51 Lenk, Hans, Zur Sozialphilosophie der Technik, Frankfurt/M. 1982, S. 46 (back

52 Zimmerli, Walther Ch., Technik als Natur des westlichen Geistes, a.a.O. S. 407 (back

53 vgl. z.B. Gruhl, Herbert, Die Menschheit ist am Ende, in: Der Spiegel, Nr. 13/1992. S. 57-59; ebenso das Spiegel Interview mit Dennis Meadows: "Es ist bereist zu spät", in: Der Spiegel, Nr. 29/1989. S.119. (back)